OnlinErleben – LN Online Blog
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  • Partner-Politur

    Von Holger | 5.September 2010

    “Partner-Politur: So bringen Sie Ihren Mann in Form”, wendet sich die Weltspiegel-Seite meiner Sonntagszeitung an die Leserinnen der LN.

    Im Wesentlichen geht es darin darum, uns Männern Eigenschaften abzugewöhnen, die den Frauen furchtbar auf den Keks gehen. Zum Beispiel unsere angebliche Aversion gegen Klamottenkauf oder gegen Hilfe im Haushalt. Und dazu gibt es nützliche Tipps wie diesen:

    Versuchen Sie es mit Humor. Etwa mit der Geschenkbox “Der kleine Männer-Erzieher“. Darin befinden sich kleine Post-its in verschiedenen Signalfarben. Darauf steht zum Beispiel “Willst Du mit mir gehen?”" und daneben eine Zeichnung von einer lasziv dreinschauenden Mülltonne. Oder schlecht gelaunte Socken, die sagen: “Ich bin stinkig”.

    Liebe Männer. Falls Ihr sowas in Eurem Haushalt entdecken solltet, nehmt diese gute Idee einfach auf. Kauft Euch kleine Post-it und hinterlaßt gutgemeinte Ratschläge. Klebt ein “Ich bin zu viel” an ihr neues Paar Schuhe, ein “Weite mich” an ihre Jeans, ein “Voll fühle ich mich am Wohlsten” an die Flasche mit ihrem Lieblingswein, ein “Mich kann man benutzen” an den Schaltknüppel.

    Ich bin sicher, sie nimmt es mit Humor.

    Und ihr findet keine Zettel mehr.

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    Themen: Auf der Couch | 3 Kommentare »

    Große Lyrik

    Von Holger | 4.September 2010

    Ich bin dieser Tage irgendwann in tiefer Nacht im Dritten des NDR in eine Sendung namens “Was liest Du” geraten. Und nicht mehr rausgekommen. Obwohl es eine Wiederholung von 2004 war.

    “Was liest Du” wird seit sieben Jahren vom WDR produziert. Gastgeber Jürgen von der Lippe rezitiert darin vor Publikum mit einem oder zwei Gästen aus deren Lieblingsbüchern.

    Diesmal waren die beiden medizinischen Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen und Ludger Stratmann zu Gast. Mit Lyrik unter anderem. Und auch wenn ich mit dieser Gattung normalerweise nichts am Hut habe, dank von der Lippes Ankündigung man werde es bei den beiden Medizinern sicher mit “genitalreferentiellen Gedichten” zu tun bekommen, ließ ich mich von der nachmitternächtlichen Herrenrunde dann doch zum Bleiben überreden.

    Und wurde mit herrlichen Kalauern belohnt. Zum Beispiel zum Thema Große Persönlichkeiten:

    Der eine sprach zum andren Hahn:
    „Ich guck mir’s nicht mehr lange an.
    Nu steig’ herab von meinem Huhn,
    Denn sonst CHRISTUS mit mir zu tun!“.

    Opa ist voll bis an den Rand?
    Dann LENIN einfach an die Wand!

    Reisende Richtung Gießen:
    EINSTEIN und die Türen schließen.

    Sind fürs Büblein die Schuh’ zu klein,
    dann RAMSES rein!

    Na gut, kann man geteilter Meinung sein, ich fand’s lustig. Wie auch diesen herrlichen Schwarzen Humor des Medizin-Kabarettisten Stratmann, der zwischendurch die folgende Anekdote erzählte:

    Bei mir hat sich mal einer beschwert, der sagte: “Ich hatte einen Freund mit in der Vorstellung, der hat Parkinson. Der konnte über ihre Parkinson-Witze gar nicht lachen!” Ich sagte: “Ja. Das ist so bei Parkinson!”

    Wie, das hat nichts mit Humor zu tun und schon gar nicht mit Literatur? Ich find’ schon.

    Mir hat es jedenfalls Lust gemacht, das Werk Hell und Schnell. 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten, aus dem da gelesen wurde, käuflich zu erwerben.

    Und was kann Lyrik schöneres geschehen?

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    Themen: Kultur | 1 Kommentar »

    Wahrnehmungsstörung

    Von Holger | 3.September 2010

    Gestern in einer Besprechung mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Anzeigenbereich und dem Marketing. Als wir über den Einsatz von Schriften sprechen, stellt der Werbeleiter eine rhetorische Frage in die Runde: “Wer von den Jungen kann denn heute noch Sütterlin lesen? Oder Fraktur?”

    “Ich”, melde ich mich spontan. “Ich kann die lesen.”

    Woraufhin mich alle etwas seltsam ansehen. Und mir auffällt, daß ich mich zu den Jungen gerechnet habe. Obwohl ich unter den Angesprochenen wohl der Älteste bin.

    Ich fürchte, ich muss dringend an meiner Selbstwahrnehmung arbeiten.

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    Themen: Auf der Couch | 6 Kommentare »

    Ich werde Elter

    Von Holger | 2.September 2010

    Wenn ich der Bild-Zeitung glauben darf, und es gab ja in der Vergangenheit kaum Grund, dies nicht zu tun, droht uns neues Ungemach aus Brüssel: Der Europarat will eine geschlechtsneutrale, nicht-sexistische Sprache. So wie in der Schweiz, wo Beamte nicht Vater oder Mutter anschreiben sollen, sondern nur “Elternteil” oder “Elter”.

    Geht es nach den Eurokraten, soll aus dem Besucherparkplatz (Besucher=männlich!) ein Gästeparkplatz werden, aus der Fußgängerzone eine Flanierzone, aus dem Lehrerzimmer ein Pausenraum.

    Schöne Aufgabe für wahrscheinlich fünf Dutzend Trainees der EU, sich all die neuen unmännlichen Worte auszudenken …

    Mein Gott, was bin ich froh, daß ich noch die Zeit miterleben durfte, in der ich einfach nur Vater war und die Gebärfähige an meiner Seite Mutter und niemand ein Problem damit hatte, den kleinen Unterschied zwischen ihrer Fähigkeit und meiner biologischen Leistung auch zu benennen.

    Jetzt werde ich einfach nur noch Elter.

    Und freu mich, daß ich all’ den Unsinn noch erleben darf.

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    Themen: Auf der Couch, Sprache | 27 Kommentare »

    X Factor: Jörg Müller-Lornsen hat ihn!

    Von Franziska | 1.September 2010

    Deutschland hat eine neue Casting Show,  X Factor, das Format mit dem Leona Lewis zum Superstar wurde. Sarah Connor gibt in dieser Show den Bohlen oder den Detlef  D!, das prominente Zugpferd halt.

    Soweit so gääähhhhn, wenn ich etwas nicht brauche, dann ist es noch eine Show in der Menschen mit überzogenem Selbstvertrauen mir die Ohren zuquaken. Aber wie der Zufall so spielt zappte ich dann gestern doch mal rein, nur ganz kurz, so zum Fremdschämen…

    Konnte ich dann auch sofort als Mario Fröhlich, ja ein Bruder von Menowin, eine alberne Kopie seines Bruders gab und gnadenlos scheiterte. Aber immerhin der Junge hat schon einen Manager und ist seeeeeehr von sich überzeugt. Ich fürchte nur das war nicht der letzte Fröhlich, der versucht etwas vom verblassenden Ruhm des DSDS Bad Boys zu erhaschen.

    Ich wollte gerade wieder wegschalten, da kam er, Jörg Müller-Lornsen aus Lübeck. Das mußte ich natürlich sehen, besonders da Jörg erzählte er sei eigentlich Drummer, habe eine Band (Chinese Whisper) mit seinem Bruder und wolle nun auch mal ins Scheinwerferlicht treten.

    Ich habe echt die Däumchen gedrückt, das der Jörg uns Lübecker nicht blamiert und siehe da, er hat die Sarah um den Finger gewickelt mit seiner Version vom Grönemeyer Kultsong “Flugzeuge im Bauch”. Könnte vielleicht auch daran liegen, dass er optisch ein wenig an Fußballschnittchen Diego erinnert…

    Till Brönner (Star-Trompeter) und George Glueck (Star-Produzent) mochten den Jörg aber auch und schickten ihn in den Recall ins Bootcamp.

    Go Jörg, for Lübeck!

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    Themen: Auf der Couch, Franziska, X Factor | 6 Kommentare »

    Ihr könnt mich mal

    Von Verena | 1.September 2010

    Ja, das könnt Ihr. Mich mal. Gerne haben. Oder vermissen. Beneiden. Beschimpfen. Dahin schicken, wo der Pfeffer wächst. Für bekloppt erklären. Mir alles egal.

    Heute ist ein ganz besonderer Tag.

    Ich lasse die Kollegen im Büro im Stich. Wenn man es negativ ausdrücken will.

    Ich gönne mir Zeit. Wenn man es positiv sehen möchte.

    Ich gehe in Teilzeit.

    Wiedersehen.

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    Themen: Alltag, Auf der Couch | 15 Kommentare »

    Das Sarrazin Problem

    Von Holger | 31.August 2010

    Gestern um Punkt 12 Uhr verkündeten die Richter in Schleswig, daß das Wahlgesetz im nördlichsten Bundesland verfassungswidrig sei und Neuwahlen durchgeführt werden müssten. Das interessierte die sogenannten Nachrichtensender herzlich wenig. N-tv und Phoenix, wahrscheinlich auch N24, hatten wichtigeres zu übertragen: Die Pressekonferenz des Vorstandsmitglieds einer Bank, die nicht mal EC-Karten herausgibt.

    Thilo Sarrazin stellte in der Bundespressekonferenz (!) sein Buch “Deutschland schafft sich ab” vor. 30 Kamerateams, fünf Dutzend Fotografen und an die 100 Journalisten wollten sich anhören, was der ehemalige Berliner Finanzsenator zu sagen hat.

    Für mich ein bischen sehr viel Medienauflauf. Zumal man dem Bundesbanker kaum entkommt: Abends darf er sich in der ARD dann noch gegen Beckmann und dessen weitere Gäste wegen seiner Äußerungen über ein jüdisches Gen verteidigen.

    Jetzt geht es darum, ob Sarrazin rausgeschmissen wird: Aus der SPD, aus der Bundesbank. Beides dürfte den 65-jährigen kaum kratzen. Die Buchregale wird er jedenfalls nicht verlassen. Bei Amazon ist er schon auf Rang 1 der Verkaufscharts. Obwohl man den Titel bisher nur vorbestellen konnte.

    Die ganze Rausschmiß-Diskussion lenkt jedoch von den eigentlichen Thesen des Buches ab und die sind offenbar gar nicht so unpopulär: Die Mehrheit der Deutschen gibt Sarrazin laut Umfrage Recht. Auch die von mir hochgeschätzte Financial Times Deutschland wundert sich: “Wer das Buch liest, versteht die ganze Aufregung nur schwer“.

    Vielleicht ist der Rat gar nicht so schlecht. Erstmal lesen. Und dann Themen, die Deutschland bewegen sollten, gründlich diskutieren.

    Denn auch, wenn man dem 65-jährigen Autor Job und Parteibuch wegnehmen sollte: Die von ihm beschriebenen Probleme bleiben.

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    Themen: Kultur, Politik | 30 Kommentare »

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